Dachterrasse

Dachterrasse

Eine Dachterrasse richtig ausgeführt gehört mit zu den anspruchsvollsten Aufgaben in der Dachtechnik. Mehrere Gewerke müssen hier gut zusammen arbeiten. Es gilt eine Menge Regeln zu beachten. Letztendlich soll eine Terrasse viele Jahre ihre Funktion erfüllen.

Experten-Branchenbuch.de

Und damit sind wir schon bei dem ersten Thema.

Welche Funktion muss eine gute Dachterrasse erfüllen?

Eine Dachterrasse wird in den meisten Fällen intensiv genutzt. Sei es nur für ein Sonnenbad oder eine Grillparty. Nach den anerkannten Regeln der Technik handelt es sich immer um ein genutztes Flachdach. Nach der Definition im Regelwerk des deutschen Dachdeckerhandwerkes ist eine Dachterrasse eine für den Aufenthalt von Personen vorgesehene Dach-oder Deckenfläche.

Und danach richtet sich auch der Belag der Dachterrasse.

Welcher Belag auf der Terrasse ist am sinnvollsten?

Dachterrasse Belag und Abdichtung
Bei einer ungenutzten Dachterrasse genügt eine Dampfsperre , eine Wärmedämmung und eine 2-lagige Abdichtung mit Bitumendachbahnen. Das ist die einfachste Form. Zum Schutz gegen den Windsog wird dann meistens noch eine Kiesschicht aufgetragen. Ästhetisch nicht besonders schön, aber dieser Aufbau erfüllt seinen Zweck.

Bei der genutzten Dachterrasse wird es schon wesentlich komplizierter.

Hier eine kurze Auflistung der heute gebräuchlichsten Terrassenbeläge oberhalb der Abdichtung.

Der Holzbelag

Für Holzbeläge sollten immer feuchtigkeitsbeständige Hölzer verwendet werden. Am gebräuchlichsten sind hier”Wood-Plastic-Composite”, kurz WPC oder, wie es oben schon etwas despektierlich genannt wurde, “Plastikholz”. Das ist eine Mischung aus Holz und Kunststoff.
Langlebig, stabil, farbecht, erfordert kaum Nachbehandlung, spezielle Terassenversionen erhältlich. Leider haben diese Baustoffe den Nachteil, dass sie im laufe der Jahre oft in der Sonne “ausbleichen”.

Bangkirai und andere tropische Holzarten, wie zum Beispiel Teak, Massaranduba und Garapa bieten sich für den Terassenbau in Deutschland an, da diese Hölzer sehr hart und witterungsbeständig sind und einen hohen Anteil Öl im Holz haben. Um der CO2-Belastung entgegenzuwirken, kann man durchaus auch auf heimische Holzarten zurückgreifen. Als strapazierfähige Hölzer sind Douglasie und Lärche zu empfehlen, die unbehandelt nach einiger Zeit eine silbergraue Patina erhalten.

Die meisten Hölzer, die wirklich sehr widerstandsfähig sind, sind leider artengeschützte Harthölzer, wie z. B. Bongossi. Zum einen ist es sehr schwierig sie zu kaufen, zum anderen sind sie sehr teuer. Eine gute Alternative stellt die in Deutschland beheimatete Douglasie dar. Douglasienholz ist zwar auch nicht das preisgünstigste, aber wer eine widerstandsfähige Terrasse bauen möchte, sollte darin investieren.

Wichtig !
Bei Terrassenbelägen sollten sie immer davon ausgehen, dass kein Belag mit Hölzern eine lebenslange Lösung ist. Standzeiten von 10-15 Jahren sind hier normal. Bedenken sie, dass die Beläge aus Holz immer der Witterung ausgesetzt sind und lange Zeiten in Schnee und Regen verbringen.

Der Plattenbelag

Plattenbeläge werden heute in den unterschiedlichsten Materialien und Formen angeboten.  Sowohl Platten aus Beton , Keramik oder Natursteine sind üblich. Man sollte aber unbedingt auf die Frostbeständigkeit achten.

Grundsätzlich sind Plattenbeläge schwerer als Holz. Hier spielt die Statik der Dachterrasse eine sehr wichtige Rolle. Gegebenenfalls muss hier ein Statiker zur Planung hinzugezogen werden. Die Druckfestigkeit der Dämmung spielt auch hier eine wichtige Rolle.

Die Verlegung der Platten kann in einem Kiesbett oder auf Stelzlagern erfolgen.  Die Verlegung direkt auf der Dämmung ist nicht zu empfehlen und nach den anerkannten Regeln der Technik nicht zulässig.

 Welche Abdichtung einer Terrasse ist sinnvoll und zulässig? 

In den meisten Fällen befindet sich unter der Dachterrasse ein genutzter oder ungenutzter Wohnraum. Man kann sich also leicht vorstellen, dass die Terrasse absolut dicht sein muss. Man verwendet heute hauptsächlich Bitumenabdichtungen oder Kunststoffbahnen. Beide werden fest miteinander verschweißt. Diese Abdichtung gehört in die Hände von Fachleuten. Die geringste Undichtheit kann verheerende Folgen haben. In meiner Praxis als Gutachter für Flachdächer habe ich schon viele dieser Undichtheiten und deren Folgen erlebt.

Die undichten Stellen sind oft nur geringfügig und werden meist erst nach Jahren erkannt. Die Folge sind dann Durchfeuchtungen der Dämmung und darunter liegenden Decken. Schimmelbildung und Wasserflecken sind dann die Folge. Auch die Anschlusshöhen der Abdichtungen sind ein sehr wichtiges Thema. Man geht heute davon aus, dass sich auf einer Dachterrasse bis zu 5 cm Regenwasser anstauen kann. Bei Frost und Tauwetter kan das auch noch höher werden. Aus diesem Grund sollen alle Öffnungen zu aufgehenden Bauteilen mindestens 15 cm höher liegen, als der Belag der Terrasse.

Welche Dämmung braucht man auf der Dachterrasse?

Zunächst kommt es darauf an, ob unter der Dachterrasse ein beheizter oder unbeheizter Raum liegt. Bei beheizten Räumen unterhalb der Dachterrasse ist eine Dämmung zwingend notwendig.

Zu beachten ist jedem Fall die Druckfestigkeit der Dämmstoffe. Üblicherweise werden heute Dämmstoffe aus EPS oder PU verwendet.  Die Druckfestigkeit liegt hier zwischen 150-250 kpa/m².  Je nach Anforderung der Belastung ist hier eine genaue statische Berechnung erforderlich.

Wenn die Druckfestigkeit nicht stimmt, kann es zu Verschiebungen oder Instabilität der Beläge führen.

Was muss man bei der Absturzsicherheit beachten?

Bereits bei einer Höhe der Kante an der Dachterrasse von mehr als einem Meter ist eine Absturzsicherung in den meisten Bundesländern vorgeschrieben. Das Geländer sollte mindestens  1 Meter Höhe haben.

Dabei spielt es keine Rolle aus welchem Material das Geländer besteht. Wichtig ist in jedem Fall, dass niemand von der Terrasse abstürzen kann.

Dachterrasse richtig entwässern. 

Wohin mit dem Wasser ?

Das Niederschlagswasser muss abgeleitet werden. Nichts ist unangenehmer als Pfützen und Überflutungen auf der Terrasse. Damit wird die Dachterrasse unbenutzbar und verursacht unter Umständen auch Schäden. Man kann die Flächen nach innen ( also im Gebäude) als auch nach Außen entwässern.

Innen liegende Entwässerungen erfordern eine sorgfältige Planung sowie zur Funktionserhaltung eine mindestens halbjährliche Reinigung und Wartung.Bereits bei der Planung innen liegender Entwässerungen bei Balkonen und Loggien mit geschlossener Brüstung oder Attika sind zusätzliche Entwässerungsöffnungen vorzusehen.

Balkone und Loggien sollten einen Ablauf oder eine vorgehängte Rinne erhalten. Haben Balkone und Loggien eine geschlossene Brüstung, so muss zusätzlich zum Ablauf ein Notablauf oder Notüberlauf von mindestens 40 mm lichter Weite in der Brüstung vorhanden sein. Die Bemessung der Entwässerung muss nachgewiesen werden.

An Regenwasser Fallleitungen von Dachentwässerungen dürfen zur Vermeidung von Überflutungen auf den darunter liegenden Etagen keine Balkon-, Loggien- oder Terrassenabläufe angeschlossen werden, auch dann nicht, wenn Notentwässerungen in der Brüstung vorhanden sind.

Dachflächen mit nach innen abgeführter Entwässerung müssen unabhängig von der Größe der Dachfläche für jede Teildachfläche mindestens entweder 2 Dachabläufe (von denen ein Ablauf als Notablauf funktioniert) oder einen Dachablauf und einen Notüberlauf erhalten.Wenn sich die Dachabläufe in einem linearen Tiefpunkt ohne nennenswerte Höhendifferenzen befinden, sollte der maximale Abstand der Dachabläufe 20 m nicht überschreiten.

Dachflächen mit nach innen abgeführter Entwässerung müssen unabhängig von der Größe der Dachfläche für jede Teildachfläche mindestens entweder 2 Dachabläufe (von denen ein Ablauf als Notablauf funktioniert) oder einen Dachablauf und einen Notüberlauf erhalten.

Wichtig ist hier, dass die Terrassenfläche ein Gefälle von mindestens 2 % zum Ablauf hin hat. Eine Fläche ohne Gefälle,sollte genau so wie bei Flachdächern grundsätzlich vermieden werden. Dies führt in aller Regel zu massiven Problemen.

Wenn sich die Dachabläufe in einem linearen Tiefpunkt ohne nennenswerte Höhendifferenzen befinden, sollte der maximale Abstand der Dachabläufe 20 m nicht überschreiten.Abläufe und Notüberläufe müssen nach DIN 1986-100 geplant und nach DIN EN 1253-1 sowie DIN EN 12056-3 bemessen werden. Ein Kiesfang/Laubfang vermindert die Ablaufleistung um 50 %. Wenn der Ablauf mit Kiesfang vom Hersteller als System werkseitig mit der Ablaufleistung angegeben wurde, ist eine Reduzierung nicht mehr notwendig.